Geschichte des Karate

"Der Weg der leeren Hand", wie die Übersetzung für Karate lautet, hat ihren Ursprung auf Okinawa. Dort wurde es aus einer Synthese verschiedener Stile, wie Okinawa-te und des chinesischen Quanfa entwickelt. Die traditionellen Ryu existieren noch heute auf Okinawa.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte das okinawanische Karate eine große Vielfalt von Konzepten (Kara), die sich grundlegend voneinander unterscheiden. Die meisten darauf begründeten Stile können in zwei Hauptsysteme, dem Shorin ryu und dem Shorei ryu, klassifiziert werden.
Die klassischen okinawanischen Systeme sind sehr kampfbezogen, lehnen aber den Wettkampf ab. Stattdessen wird besonders auf Selbstverteidigung (Goshin), die Gesundheitslehre (Qigong) und die spirituelle Erziehung (Do) geachtet. Die Methoden des Kämpfens (Kumite) werden aus klassischen Kata entwickelt (Bunkai). Jiyu Kumite, so wie wir es im Wettkampf wiederfinden ist weitgehend unbekannt. Bis zum 20. Jh. war Karate in Japan praktisch unbekannt. Der erste, der es in Japan vorstellte, war 1915 Dr. Chitose Tsuyoshi, der 1946 seine eigene Version, das Chito ryu, gründete. Also nächster Okinawaner unternahm Motobu Choki mehrere Reisen nach Japan und nahm dort Herausforderungen verschiedener Vertreter des Bujutsu und Boxens an. Seine spektakulären Siege gingen durch die japanische Presse und machten Karate berühmt.

Funakoshi Gichin kam 1921 nach Japan und blieb zeit seines Lebens dort, um Karate zu unterrichten und zu verbreiten. Auch Motobo blieb bis 1936 in Japan, doch die beiden Meister verstanden sich nicht, sooft sich auch ihre Wege kreuzten. Funakoshi versuchte eine Integration des Karate im japanischen Budokai zu erreichen, während Motobu es als reine okinawanische Kampfkunst erhalten wollte.
In Japan setzte sich letztendlich Funakoshis Konzept (Shotokan ryu) durch und führte mit Hilfe von Miyagi (Goju ryu) und Mabuni (Shito ryu) zur Aufnahme des Karate im Butokai und damit zur Integration in die japanische Disziplin des Budo.

Meister und Schulen des Tode